Solar Millennium vor dem Durchbruch ?


Seite 210 von 411
Neuester Beitrag: 26.09.23 20:00
Eröffnet am:25.09.10 09:21von: Neuer1Anzahl Beiträge:11.252
Neuester Beitrag:26.09.23 20:00von: SchnüffelLeser gesamt:1.596.988
Forum:Börse Leser heute:1.208
Bewertet mit:
45


 
Seite: < 1 | ... | 208 | 209 |
| 211 | 212 | ... 411  >  

2127 Postings, 5501 Tage ingope@Kurshellseher

 
  
    #5226
25.08.11 12:22
... also mit "Charttechnikverständnis" hat das momentan mit Sicherheit nichts mehr zu tun.
Einfach nur Glück gehabt würde ich sagen !!
Freu Dich !  

1115 Postings, 4969 Tage Lucky66Es ist Zeit für eine Gegenbewegung.....

 
  
    #5227
25.08.11 12:23
....gestern noch über 6,00 Euro...heute unter 4,40 !  Echt Wahnsinn....wohl dem, der immer im richtigen Moment den richtigen Knopf (Kauf/Verkauf) gedrückt hat!


.....nicht für schwache Nerven!

Good luck!  

17012 Postings, 6002 Tage ulm000publicaffairs Strategiewechsel

 
  
    #5228
1
25.08.11 12:30
Du bist sicher kein Buhmann, aber du musst mir mal erzählen wie denn SM überhaupt diesen Strategieweschsel in den USA bezahlen will. Es müssen neue Genehmigungen her und auch ein neues PPA. Damit fängt SM fast wieder ganz von vorne an und derzeit kann keiner abschätzen wie lange das alles dauern wird bis SM überhaupt jemals ein Modul in den USA aufstellen wird. In diesem Jahr wird mal sicher nichts mehr werden. Ich sagte es schon, spätestens ab Mai 2012 wirds bei SM mit der Liquidität richtig eng.

Außerdem kommt ja noch hinzu, dass SM auch für ihr PV-Projekt erstmal Eigenkapitalinvestoren braucht und ob da jemand einsteigt bei einem so skandalträchtigen Unternehmen ?? Dahinter steht dann für mich schon ein sehr dickes Fragezeichen, denn es gibt viele Investoren, die nur aus Imagegründen bei den Erneuerbaren einsteigen (siehe Google) und dem Image würde es nicht gut tun in ein PV-Projekt einzusteigen, das von einem sehr skandalträchtigen Unternehmen gebaut wird.
Erschwerend kommt ja noch hinzu, dass ich in den USA kein PV-Kraftwerk größer 50 MW kenne, das ohne Loan Gurantee gebaut wurde.

Es kommt ja noch hinzu, dass die Modulpreise sicher mal nicht aus heiterem Himmel gefallen sind. Die Modulpreise waren Ende Mai am Tag der HV schon sehr deutlich gefallen von 1,80 auf 1,40 $/W (aktuell stehen die Preise bei 1,30 $/W), aber da hat der gute Herr Wolff immer noch von CSP gesprochen. Nur drei Monate später merkt er plötzlich ach ja, wir bekommen Blyhte als CSP nicht finanziert. Du musst jetzt schon zugeben, dass das schon mehr als merkwürdig ist.

Kernproblem ist und bleibt bei SM die nicht vorhandene Transparenz und der riesige Vertrauenverlust und der wurde durch diesen angeblichen abrupten Strategiewechsel, bis heute hat SM noch kein einziges PV-Modul verbaut, noch weiter erhöht. Ich sage mal, SM hätte durchaus Blythe mit CSP bauen können, andere machen es ja vor wie es geht, mit guter Rendite aufgrund der Cash Grants und der Loan Gurantee, aber es wollte kein Investor bei einem solch kleinen, intransparenten und dazu noch skandalträchtigen Unternehmen in ein großes Projekt mit einsteigen.

Das SM-Management um den Kuhn, Gladen und dem Schmidt haben sich total überschätzt. Das ist meine Meinung und man konnte es ja schön sehen an den Gewinnprognosen für das Geschäftsjahr 2009/2010 mit einem operativen Gewinn von 45 Mio. €. Da haben sich die Herrn nicht nur ein wenig getäuscht, sondern die haben sich total geirrt.

SM hat sich in den USA verzockt und wenn man 12 Monate schneller gewesen wäre wie es ja offenbar angedacht war, dann hätte SM mit Amargosa längst schon begonnen, denn Amargosa sollte eigentlich als erstes US-Projekt gebaut werden, dann hat man aber leider nicht genügend Wasserrechte kaufen können. Dann ist SM auf Blythe umgeschwenkt, das hat erstens keinen Speicher, zweitens ist es auch wesentlich größer und drittens kamen in den letzten 12 Monate immer mehr Skandale bei SM heraus. Alles schlechte Voraussetzungen um Finanzierungspartner zu finden.  

42014 Postings, 9001 Tage RobinTagestief bei € 4,33

 
  
    #5229
25.08.11 12:39
wohl doch Test der Euro 4.  erinnert mich an den Abstieg von Q-CELLS damals  

403 Postings, 5099 Tage paionerulm000

 
  
    #5230
1
25.08.11 12:39
Du bist recht schwangungsvoll je Kursenwicklung! Schade  

17012 Postings, 6002 Tage ulm000Bin ich nicht paioner

 
  
    #5231
25.08.11 12:47
Ich schreibe schon länger kritisch zu SM. Das hast du wohl nicht mitbekommen. Ich habe hier nach der Hauptversammlung bei Kursen knapp über 19,20 € eindringlich gewarnt.

Ich habs schon oft genung erwähnt in den letzten Tagen, die SM-Aktie ist eine Wette darauf ob SM einen namhaften und solventen strategsichen Partner findet oder nicht. Nicht mehr und nicht weniger.

Beim Traden ist die fundamenetale Lage egal.  

403 Postings, 5099 Tage paionerUlm000

 
  
    #5232
25.08.11 12:54
Dankefür den letzten Satz!  

2116 Postings, 6073 Tage allegro7bin raus...

 
  
    #5233
25.08.11 13:04

6229 Postings, 5413 Tage mo1esglückliche zocker gehen,andere hocken auf miese

 
  
    #5234
25.08.11 13:16

2403 Postings, 5171 Tage Energiewende sofoWarum meldet sich Utz Cl.

 
  
    #5235
25.08.11 13:33

Gerade jetzt zu Wort?

Weil es einfach ist, auf jemanden zu trampeln, wenn er schon am Boden liegt.

Ist ja heute auch modern, seitdem es keine Moral meht gibt.

 

1102 Postings, 5777 Tage illuminati-univers"Illuminati" Pendler

 
  
    #5236
25.08.11 13:37
morgen ist freitag,
da bin ich zu 99% wieder bei euch ihr sonnenanbeter,
ein teil des 48std millenium-gewinn hab ich im alf-zock bei 0,007 cents investiert...
bruchbude werdet ihr sagen... oder... auch so eine liebesaffäre wie bei s.millenium...

mal schaun,,, ob mein pendel es wieder mal richtig knackt ?
                   
.......oOOo...$'(_)'$...oOOo....

519 Postings, 5030 Tage HugoMüllerKorrektur abgeschlossen?

 
  
    #5237
25.08.11 13:43

Die erwartete Korrektur ist gerade im Gange und nach dem starken Kursanstieg durchaus nachzuvollziehen. Dennoch könnte bald eien Bodenbildung einsetzen und den Kurs wieder ansteigen lassen. Das Sentiment zur Aktie hat sich wieder etwas verbessert:

http://shw.se/r64wCV

 

15 Postings, 5111 Tage bueffelWelt online von gestern

 
  
    #5238
25.08.11 14:00

954 Postings, 5187 Tage jochen-nbgder vorstand

 
  
    #5239
25.08.11 14:11
könnte doch mal ein paar s2m aktien kaufen und dies veröffentlichen.
dann könnte man erkennen, dass sie an das unternehmen glauben.  

101 Postings, 5776 Tage leo1publicaffairs #5218 und Energiewende sofo #5223

 
  
    #5240
25.08.11 14:11

Ja, das war ein Befreiungsschlag letzte Woche. Auch wenn viele es noch nicht begriffen haben. Aber das kommt noch und man wird dankbar sein, dass s2m grade noch die Kurve gekratzt hat.

Ich denke, die bisherige Strategie, nämlich CSP auch OHNE Speicher zu bauen,  war eine gravierende Fehler. Ein CSP-Kraftwerk das jeden Abend ausgeschaltet wird bedeutet nicht nur Toteskapital für 12 Stunden täglich sondern auch ein erheblichen Aufwand, die Anlage abends runter zu fahren und morgens wieder anzufahren. Der konventionellen Teil eines CSP-Kraftwerks, das sind Turbine, Generator, diverse Wärmetauscher und Pumpen und Kühlturm müssen täglich stillgelegt werden, Sie kühlen sich somit über Nacht und werden morgens wieder aufgeheizt. Das verursacht Wärmeverluste und somit Verschlechterung des Wirkungsgrades der Gesamtanlage. Dazu kommt ein hoher Personalaufwand um das alles zu bewerkstelligen und zu überwachen.
Anhand so vieler Nachteile von CSP ohne Speicherung wage ich nun zu behaupten, dass s2m sich in der Zukunft nur noch CSP-Kraftwerke mit Speicherung anbieten werde. Dann wird es auch klar, dass die Erweiterung der Produktpalette um PV-Kraftwerke und das JV mit Solarhybrid logische Schritte waren.
 

36 Postings, 5087 Tage aufgepaßtBleibt die Frage wie sie Ihre Vorräte loswerden...

 
  
    #5241
25.08.11 14:24
Und ob die Forderungen werthaltig sind.

Und wieviel man in Amerika und sonst noch abschreiben muss.

Wieviel Eigenkapital ist dann fürs neue PV Geschäft wohl noch vorhanden?  

403 Postings, 5099 Tage paionerKuhns Rücktritt!!

 
  
    #5242
25.08.11 15:08
Ich vermute Kuhn wird in Kürze zurücktreten! Was meint Ihr?  

2272 Postings, 5530 Tage MoeMeisterHat der auch Krebs?

 
  
    #5243
1
25.08.11 15:13
O.K. der war daneben!  

17012 Postings, 6002 Tage ulm000@aufgepaßt

 
  
    #5244
1
25.08.11 15:30
Es geht bei Solar Millennium mittlerweile nicht mehr darum was in der GuV ausgewiesen ist oder wieviel Eigenkapital SM hat, sondern einzig und allein wird es darum gehen Cash Flow zu generieren mit Arenales und Ibersol. Alles andere ist zunächst mal  uninteressant nach dem Blythe-Desaster.

Liquidität sichern und ausbauen wird das Zauberwort bzw. das Muss für Solar Millennium in den nächsten Monaten sein. Ob Solar Millennium Abschreibungen für schon bilanzierte Vorarbeiten für die US-Projekte machen muss, ist letztendlich derzeit total uninteressant. Das wären dann Zahlen, die eh nur auf dem Papier stehen. Sollte aber die US-Tochter abgewickelt werden müssen, dann wird das natürlich auch Cash kosten.

Deshalb muss natürlich deine Frage "wieviel Eigenkapital ist dann fürs neue PV Geschäft wohl noch vorhanden ?"umformuliert werden, denn die Frage müsste so heißen: Wieviel Liquitität ist dann fürs neue PV Geschäft wohl noch vorhanden ? Das bilanzierte Eigenkapital interessiert weniger bzw. gar nicht, aber der vorhanden Cash schon, wenn man in Vorleistung gehen muss. Wobei sicher die eine oder andere Abschreibung für die US-Projekte in diesem Jahr noch anstehen werden. Sollte dann irgendwo in der Größenordnung von 15 Mio. € sein.  

36 Postings, 5087 Tage aufgepaßtHallo ulm

 
  
    #5245
25.08.11 15:51
Natürlich ist die Liquidität auch wichtig. Aber es gibt zwei Gründe für eine Insolvenz und neben der fehldenden Liquidität ist es eben die bilanzielle Überschuldung.

Und bei ausgewiesenen 17,xx% EK ist eben nicht allzuviel Puffer...

Und rund 80% der Aktivseite besteht doch aus schwer einschätzbaren Vermögenswerten. Sollten die im Schnitt 15% abzuwerten zusein - und das H2 operativ wie H1 verlaufen - dann ist schon Schicht im Schacht.

Und S2M ist bisher ja nicht gerade für besonders defensive Bilanzierung berühmt.  

371 Postings, 5923 Tage Leo4stocksnoch mal der Welt-Online Artikel, ..

 
  
    #5246
1
25.08.11 15:52

der so süffisant die Fehlentwicklungen von SL noch einmal zusammengestellt hat...4,5 Euro ist noch zu viel für den Laden, 1Euro wäre eine runde sache.::-)

Ich würde mich freuen, wenn der ganze Vorsdtand und Aussichtsrat priivat sehr viel Geld in SL investiert haben und jetzt auch mal sehen was es heisst Aktionär von einem solchen Unternehemn zu sein!!

 

Solar Millennium
Autor: Sebastian Jost| 24.08.2011 (Welt-Online)
Dunkle Machenschaften mit der Sonne
Die Firma Solar Millennium wollte die Stromversorgung revolutionieren. Doch das Unternehmen macht nur noch Schlagzeilen mit Rückschlägen und Skandalen.
Man stelle sich vor, der Aktienkurs eines Dax-Konzerns befände sich in freiem Fall. Womöglich aufgrund einer Spekulantenattacke. In dieser Lage sagt ein Aufsichtsrat zum Vorstand: Ich regle das, indem ich Aktien für mein Privatdepot kaufe, gebt mir einfach ein Darlehen. Über die Höhe sprechen wir später.
Man stelle sich weiter vor, derselbe Aufsichtsrat besorge über sein Privatdepot auch Aktien, mit denen angeblich ein neuer Vorstand bezahlt werden soll – und ruft damit die Börsenaufsicht auf den Plan, die Insider-Handel wittert.
Zusätzlich muss man sich diesen Aufsichtsrat noch als langjährigen Steuerberater des Konzerns vorstellen – der gleichzeitig angeklagt ist, bei einer anderen Firma die Bilanzen gefälscht haben zu sollen. Dennoch denkt der Mann nicht an Rücktritt. Bei jedem großen Konzern wäre all das ein Skandal. Nicht so bei Solar Millennium.
Solar Millennium enttäuscht mit falschen Versprechen
Vor 13 Jahren war der Erlanger Kraftwerksentwickler angetreten, um die Stromversorgung zu revolutionieren. Nicht mehr Kohlekessel oder Atommeiler sollten die Turbinen antreiben, sondern allein die Wärme der Sonne, von der es in den Wüsten Kaliforniens oder Nordafrikas mehr als genug gibt.
Eine höchst moralische Art des Geldverdienens, so schien es. Doch inzwischen hat Solar Millennium nicht nur so manches vollmundige Versprechen gegenüber seinen Geldgebern nicht erfüllen können. Sondern es kommen auch immer mehr dubiose Vorgänge ans Sonnenlicht.
Da wirft der mit einer Millionenprämie verpflichtete frühere EnBW-Manager Utz Claassen nach nur 74 Tagen im Vorstand wieder hin. Da muss Solar Millennium beim einzigen wichtigen Großprojekt plötzlich wieder bei Null anfangen – was den Aktienkurs um mehr als 70 Prozent einbrechen lässt.
Da kommen ständig neue juristische Vorwürfe auf gegen Firmengründer und Aufsichtsrat Hannes Kuhn. Noch schlimmer: Er hat sich nach Informationen von „Welt Online“ in der Vergangenheit weitaus mehr fragwürdige Aktionen geleistet, als bisher bekannt. Die Firma der ökologischen Revolution droht zu einer konventionellen Skandalbude zu verkommen.
Immer wieder haben Aktionäre in der Vergangenheit Schattenseiten in der eigenwilligen Führungskultur der Sonnenmänner kritisiert – auch der blitzartige Abgang von Utz Claassen soll damit zu tun haben. Der zweifelhafte Ruf des Unternehmens ist dabei vor allem mit einer Person verknüpft: Kuhn. Der Kaufmann hat Solar Millennium Ende der 90er-Jahre mit gegründet. Kuhn soll bis heute rund zehn Prozent der Aktien des Unternehmens kontrollieren.
Betrugsklagen werden geprüft
Er ist zwar nur einfaches Mitglied des Aufsichtsrats, gilt aber Kennern des Unternehmens bis heute als der eigentliche Kopf von Solar Millennium – auch wenn Vorstandschef Christoph Wolff dies Anfang der Woche im Interview mit "Welt Online" bestritten hat.
Gleichzeitig ranken sich um Kuhn allerhand Vorwürfe. Anfang der Woche wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft Düsseldorf Anklage gegen ihn erhoben hat: Im werde Betrug in einem besonders schweren Fall vorgeworfen, heißt es beim Landgericht Düsseldorf, wo die Anklage geprüft wird.
Zusammen mit zwei weiteren Angeklagten soll Kuhn vor Jahren Anleger der Immobiliengesellschaft DM Beteiligungen AG getäuscht haben, unter anderem mit geschönten Bilanzen. Kuhn war damals als Steuerberater für DM Beteiligungen tätig. Das Mandat hat nichts mit seiner Rolle bei Solar Millennium zu tun. Er weist die Vorwürfe der Düsseldorfer Staatsanwälte zurück. Sie entbehrten jeder Grundlage, sagt er. Er lasse bereits mögliche „Amtshaftungs- und Schadenersatzansprüche“ prüfen.
Dabei geht es um ein Aktiengeschäft Kuhns: Er soll sich im November 2010 die Option auf 150.000 Aktien des Kraftwerksentwicklers gesichert haben – kurz bevor die Verpflichtung des prominenten Managers Claassen als Vorstandschef bekannt wurde und der Aktienkurs in die Höhe schnellte.
Diese Geschäfte findet man in der Erlanger Firmenzentrale nicht verwerflich. Sie hätten einzig und allein dazu gedient, die Vergütung des künftigen Vorstandschefs Claassen vorzubereiten, lässt der Aufsichtsrat versichern.
Weil die Gesellschaft ohne Hauptversammlungsbeschluss keine neuen Aktien ausgeben konnte, will man einen ungewöhnlichen Weg gewählt haben: Angeblich gab es eine Vereinbarung, wonach Claassen für seine neun Millionen Euro Antrittsgeld genau 150.000 Aktien von Kuhn kaufen sollte, Kuhn habe sich wiederum über das Termingeschäft zum gleichen Kurs wieder eindecken wollen.
Offenbar kursierten entsprechende Vertragsentwürfe, unterschrieben wurden sie aber nicht. Claassens Anwalt dementiert, dass sich der Manager je verpflichtet habe, Aktien von Solar Millennium zu kaufen.
Private Geschäfte vermengen sich mit Unternehmensinteressen
Kuhns Umfeld ist indes vor allem eines wichtig: Der Unternehmer habe sich mit den Optionsgeschäften keinesfalls selbst bereichern wollen. Doch das Vergütungspaket für Claassen, auf das er sich beruft, beschäftigt indes ebenfalls die Strafverfolgungsbehörden: Bei der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth laufen seit dem Frühjahr Vorermittlungen wegen des Verdachts der Untreue gegen die Aufsichtsräte. Es geht etwa darum, ob die vorgesehene Millionenvergütung angemessen war.
Und der Fall Claassen ist nicht das einzige Beispiel dafür, dass Kuhn offenbar keine Scheu hat, sein privates Aktiendepot mit den Interessen des Unternehmens zu verquicken. Das zeigt ein eigentümlicher Vorgang aus dem Januar 2010.
Damals fühlte sich das Unternehmen nach unerfreulichen Presseberichten von Spekulanten bedroht, der Aktienkurs sackte binnen weniger Tage um rund ein Drittel ab. Im Umfeld der Firma begann eine hektische Debatte, wie man auf die intern als „Shortseller-Attacke“ bezeichnete Bedrohung reagieren sollte. Am 27. Januar unterbreitete Aufsichtsratschef Helmut Pflaumer dem Vorstand dann per E-Mail eine unkonventionelle Idee: Als „Sofortmaßnahme“ werde vorgeschlagen, „dass die Gesellschaft dem Kollegen Hannes Kuhn ein marktüblich verzinstes Darlehen zur Verfügung stellt, um seine Position bei der Deutschen Bank zu schließen“.
Der Aufsichtsrat hatte Aktien als Sicherheit bei der Deutschen Bank hinterlegt und vermutete, dass diese Aktien an Leerverkäufer verliehen worden waren, was nun den Kurs unter Druck setzte. Deshalb wollte er die Aktien wieder auslösen, damit die Leerverkäufe nicht mehr möglich sein sollten. Chefkontrolleur Pflaumer stellte dem Vorstand zwar eine rechtliche Prüfung anheim, bat aber gleichzeitig darum, „diese dringliche Maßnahme bereits heute in die Wege zu leiten“. Vorsorglich habe der Aufsichtsrat dem Darlehen bereits mehrheitlich zugestimmt.
Der Vorstand um den einstigen Dax-Manager Claassen war erzürnt. Dass der Aufsichtsrat über eine Maßnahme abstimmte, ehe der Vorstand sich damit beschäftigen konnte, stellte die normalen Gepflogenheiten auf den Kopf. Manche der Vorstände hatten außerdem große rechtliche Bedenken. Auch auf der Hauptversammlung in diesem Jahr echauffierten sich Aktionäre über die die Darlehens-Aktion, die das Verbot für Konzerne unterlaufen hätte, heimlich eigene Aktien zu erwerben.
Druck auf Chefetage nimmt zu
In der hitzigen Debatte um den Fall fühlte sich Claassen Gerüchten zufolge heftig unter Druck gesetzt, Kuhn das Darlehen zu gewähren. Letztlich setzte sich der Vorstand aber durch, der Kredit kam nicht zustande. Im Umfeld von Solar Millennium spielt man den Vorgang heute herunter: Der Aufsichtsrat habe nie formal über die Darlehens-Maßnahme abgestimmt. Man habe lediglich einen Vorschlag gemacht, das Nein des Vorstands aber akzeptiert. Außerdem habe sich Kuhn keinesfalls bereichern wollen, im Gegenteil: Mit dem angedachten Optionsgeschäft hätte er angeblich sogar Verluste erlitten, faktisch also privates Geld zum Wohle des Unternehmens geopfert.
Dass sich Kuhn seinem unternehmerischen Lebenswerk Solar Millennium eng verbunden fühlt, gilt als gewiss. Umstrittener war und ist dagegen immer wieder, wie es um die Uneigennützigkeit des Mannes bestellt ist.
So bekam seine eigene Steuerberatungsgesellschaft Balance über Jahre regelmäßig Mandate von Solar Millennium, dazu kamen persönliche Beraterverträge Kuhns. Kritiker sehen darin Interessenskonflikte. Offenbar war auch Kuhn nicht ganz wohl bei der Sache: Honorare für bestimmte Beratungsleistungen hat er nach eigenen Angaben vorsichtshalber zurückgezahlt.
Doch auch abseits der Beraterhonorare kursieren rund um Solar Millennium immer wieder Gerüchte über persönliche Verflechtungen und Gefälligkeiten. Zum Beispiel zwischen Kuhn und dem bekannten Bankenprofessor Wolfgang Gerke. Die beiden kennen sich schon seit Kuhns Betriebswirtschaftsstudium, und seit März 2010 ist Gerke auch bei Solar Millennium engagiert: Er soll den Erlangern helfen, Anleger für Aktien und Anleihen des Konzerns zu begeistern.
Dazu hält Gerke über seine eigene Firma Audire 45 Prozent an der Gesellschaft Solar Millennium Invest, den Rest hält der Kraftwerksentwickler selbst. Was stutzig macht: Laut Handelsregisterunterlagen hat Gerke seinen Anteil nicht selbst einbezahlt – dies hat der Solar-Millennnium-Mutterkonzern für ihn übernommen. Verschwörungstheorien besagen, dass man Gerke die Anteile geschenkt habe, als eine Art Wiedergutmachung.
Schließlich ging der Finanzprofessor vor einigen Jahren mit der Akustik-Firma Castell baden, weil ihm ein von Kuhn vermittelter Investor in letzter Minute wieder absprang. „Castel ging deshalb Konkurs … Ich habe dadurch 1,4 Millionen Euro verloren“, heißt es in einem Schreiben Gerkes an einen Solar-Millenniums-Vertreter, die „Welt Online“ vorliegt.
Gerke bestätigt das Verlustgeschäft – bestreitet jedoch jeglichen Zusammenhang mit seinem Engagement bei Solar Millennium Invest. „Diese Vorwürfe sind falsch“, sagt er. „Herr Kuhn ist weder an Audire beteiligt noch habe ich von ihm oder Solar Millennium etwas geschenkt bekommen.“
Nach übereinstimmenden Angaben Gerkes und Eingeweihter im Umfeld von Solar Millennium will der Konzern dem Finanzexperten lediglich ein Darlehen gewährt haben sowie einen Vorschuss für Provisionen, die er für die Vermittlung von Solar-Millennium-Papieren an Anleger erhalten soll. „Das ist ein ganz normales Unternehmenskonzept“, versichert Gerke.
Allerdings auch ein ziemlich kompliziertes. Ein Merkmal, dass sich durch das Geschäft von Solar Millennium zieht. Wiederholt wurde dem Sonnen-Unternehmen mangelnde Transparenz vorgeworfen. Da werden Anteile an Kraftwerksprojekten zwischen verschiedenen Investmentvehikeln hin- und hergeschoben, und schon mehrfach keimte der Verdacht auf, dass dabei nicht alles mit rechten Dingen zugeht. So kaufte ein in der Schweizer Steueroase Zug ansässiger Finanzinvestor Cross Capital Ende 2009 einen 25–Prozent-Anteil am Spanien-Projekt Ibersol – um genau diesen Anteil im Sommer 2010 wieder an Solar Millennium zurück zu verkaufen.
Wer hinter der Investmentgesellschaft steht, ist unbekannt – allerdings sitzt im Beirat ausgerechnet Uwe Schmidt, Amerika-Geschäftsführer von Solar Millennium. Nach dem Rückkauf der Ibersol-Anteile durch die Erlanger sprach Cross-Capital-Geschäftsführer Alfred Steiger von einer „vorteilhaften Angelegenheit“ für den Investor.
Handelte es sich für Solar Millennium also um ein Verlustgeschäft, wurden deren Aktionäre durch das Kreislaufgeschäft geschädigt? Im Umfeld der Gesellschaft wird dies verneint – Cross Capital soll zwar 500.000 Euro für das Zwischenparken der Anteile vereinnahmt haben, doch dafür habe man ja auch einen Teil des unternehmerischen Risikos für eine gewisse Zeit abgetreten.
Auch wenn manche kolportieren Vorwürfe in den vergangenen Jahren entkräftet werden konnten: Dass Solar Millennium ständig Angriffsflächen bietet, geht den Investoren inzwischen gehörig auf die Nerven. „Die juristischen Querelen sind zum Dauerbegleiter geworden“, klagt ein Branchenkenner, der namentlich nicht genannt werden will. Der Vorstand hat zwar eine eingehende Prüfung zahlreicher Vorwürfe durch die internationale Anwaltskanzlei Skadden Arps in Auftrag gegeben.
Einen echten personellen Neuanfang gibt es aber nicht: „Man macht keine Anstalten, einzelne Personen im Aufsichtsrat auszutauschen.“. Dabei hätten die Vorwürfe gerade durch die Anklage in Düsseldorf ein neues Level erreicht, meint der Fachmann: „Wenn bei einem Unternehmen, das Kraftwerksanteile verbrieft, einschlägige Personen anderswo in Anlegerbetrug verstrickt waren, hätte ich als Privatinvestor kein Vertrauen mehr.“
Bisher war das die Stärke von Solar Millennium: dass man sich das Vertrauen der Anleger trotz Rückschlägen doch stets erhalten konnte. Sie glaubten daran, dass riesige Parabolspiegel, die Flüssigkeit in schmalen Rinnen erwärmen und damit Turbinen antreiben, die Großkraftwerke der Zukunft sein werden. Sie glaubten daran, obwohl andere in Aussicht gestellte Projekte nicht umgesetzt wurden, etwa so genante Aufwindkraftwerke.
Doch seit vergangener Woche scheint es, als sei die Geduld der Anleger zu Ende. Da musste Vorstandschef Wolff bekannt geben, dass das Vorzeigeprojekt Blythe in Kalifornien nicht in der bisher geplanten Form gebaut werden kann. Solar Millennium muss auf eine ganze andere Technologie setzen – und nahezu bei Null beginnen. Der Aktienkurs brach binnen zwei Tagen um mehr als 70 Prozent ein.
Jetzt werde das Problem deutlich, dass sich durch die gesamte Unternehmenshistorie ziehe, sagt ein Analyst: „Hier wird ständig nur viel versprochen, doch davon wurde bisher das wenigste eingehalten.“
Umso größer ist die Belastung durch einen Mann mit angeschlagenem Leumund. Umso mehr stellt sich die Frage, ob der starke Mann Kuhn den Erlangern noch gut tut. Als er das Unternehmen mit seiner kuriosen Darlehens-Aktion vor den Spekulanten retten wollte, stand der Aktienkurs bei etwa 30 Euro. Inzwischen sind es weniger als sechs Euro.
 

86 Postings, 5111 Tage neo31Solar Millennium prüft Strategiewechsel

 
  
    #5247
1
25.08.11 15:53
US-PROJEKTESolar Millennium prüft Strategiewechsel

Solarmodule sind in den USA derzeit billig und gefragt. Der Kraftwerksentwickler Solar Millennium nimmt deshalb auch in Übersee Abstand vom Bau solarthermischer Anlagen und schenkt auf Photovoltaik um.

Kostenfreie Konten
Das perfekte Konto finden ! Vergleichen Sie Leistungen & Preise
www.Finance-Zoo.com
Unangreifbarer Wohlstand
2 Minuten täglich reichen aus. So festigen Sie Ihren Wohlstand!
wirtschaft-vertraulich.de/2011
Französisch online lernen
Französisch clever lernen? Französisch jetzt mit Spaß lernen!
www.babbel.com/jetzt-ausprobieren
 
Die Kollektorenfläche eines solarthermisches Kraftwerks der Solar Millenium AG steht in Kalifornien. Quelle: picture alliance
Die Kollektorenfläche eines solarthermisches Kraftwerks der Solar Millenium AG steht in Kalifornien.Quelle: picture alliance

DüsseldorfDer Kraftwerksentwickler Solar Millennium will seine technologische Kehrtwende hin zur Photovoltaik möglicherweise auch bei weiteren US-Projekten vollziehen. Statt solarthermischer Kraftwerke, in denen Sonnenenergie Wasser erhitzt und deshalb gespeichert werden kann, könnten in Kalifornien und Nevada nun Photovoltaik-Anlagen gebaut werden, sagte eine Sprecherin am Donnerstag.

Nach dem Preisverfall bei Solarmodulen sei die Nachfrage in den USA nach Photovoltaik derzeit stärker als nach Solarthermie. Die Firmensprecherin dementierte indes einen Bericht des „Manager Magazins“, die Vorhaben seien auf Eis gelegt. „Die Projekte stehen nicht auf der Kippe“, betonte sie. Einen detaillierten Zeitplan für die Realisierung gebe es zwar noch nicht, der Vorstand habe aber in der Vergangenheit eine Umsetzung bis 2015 anvisiert.

Firmenchef Christian Wolff hatte in der vergangenen Woche einen Strategiewechsel für das Verluste schreibende Unternehmen angekündigt. Künftig will Solar Millennium stärker auf kleinere Photovoltaik-Anlagen setzen statt auf die Entwicklung milliardenschwerer solarthermischer Großkraftwerke. Den über Jahre geplanten solarthermischen Kraftwerksbau im kalifornischen Blythe, für den die Firma Kreditgarantien der Obama-Administration über 2,1 Milliarden Dollar erhalten hatte, blies Wolff ab. Statt dessen sollen dort nun in mehreren Bauabschnitten PV-Anlagen entstehen. Einnahmen daraus sollen ab dem kommenden Jahr sprudeln.

Ursprünglich sollte in Blythe der größte Solarkraftwerksstandort der Welt entstehen, ein Pilot für das Wüstenstromprojekt Desertec. Auf einer Fläche von 24 Quadratkilometern sollten in den kommenden Jahren vier Parabolrinnenkraftwerke mit jeweils 242 MW gebaut werden, die deutlich effizienter sind als PV-Kraftwerke, vor allem wegen ihrer Speicherfähigkeit.

Diese Pläne und die Aussicht auf sprudelnde Einnahmen hatten seinerzeit den Börsenkurs von Solar Millennium beflügelt. Nach deren Absage brach der Kurs um mehr als zwei Drittel ein. Nach einer leidlichen Erholung in den vergangenen Tagen auf 5,51 Euro sackte der Kurs am Donnerstag erneut um 20 Prozent auf 4,44 Euro ab. 

 

223 Postings, 9092 Tage Supermario@ulm000: 15 Mio € Abschreibungen?

 
  
    #5248
3
25.08.11 15:58
Da fehlt die 1 davor! Schau dir mal die Bilanzen der vergangenen Jahre an. Die "Vorräte" in Höhe von 115 Mio € bestehen nahezu ausschließlich aus aktivierten Kosten für die USA-Projekte und Ibersol. Das ist nix anderes als verbranntes Geld! Und diese Kosten wollen die jetzt durch Projekte mit PV-Modulen wieder reinholen? Nie im Leben!  

17012 Postings, 6002 Tage ulm000@aufgepasst

 
  
    #5249
25.08.11 16:01
Schaltbau hat über zwei Jahre mit einem negativen Eigenkapital gearbeitet und das sogar recht erfolgreich. Soviel mal zu Eigenkapital.

Für SM wird es erst im Mai brenzlig werden, wenn die nächste Anleihe (40 Mio. €) zurückbezahlt werden muss.

Zur Bilanzierung. Schau dir doch mal die Bilanzierung der Biotechbuden wie Medigene oder Evotec an. Das nenne ich dann eine sehr agressive Bilanzierung. Auch Solarworld bilanziert nicht gerade defensiv. Soviel zu defensive Bilanzierung. Ist ein unendliches Thema.  

36 Postings, 5087 Tage aufgepaßtIn welchem Jahr hatte die Schaltbau AG

 
  
    #5250
25.08.11 16:24
denn ein negatives EK?  

Seite: < 1 | ... | 208 | 209 |
| 211 | 212 | ... 411  >  
   Antwort einfügen - nach oben