Claranova, die französische CEWE
Das Ebitda wäre wie gesagt dann erstmal tiefer für 25/26, wahrscheinlich auch der Nettogewinn aufgrund der vereinbarten Tilgungskonditionen, aber 26/27 und Folgejahre würde dann der Nettogewinn sprungartig steigen, plus dann noch die zusätzlichen Gewinne, die man aus Anlage des auflaufenden Cashs erzielt, entweder über Zinseinnahmen oder durch anorganisches Wachstum.
Und beim Aktienkurs passiert ja dann noch zusätzlich das, was Scaneosft gestern schon beschrieben hat. Man nimmt doch einen Softwarekonzern mit Netcash und positivem EK völlig anders wahr und bewertet ihn anders als einen Mischkonzern mit Schulden, extrem hohen Zinsaufwendungen, negativem EK und ehemals fragwürdigem Vorstand. Da wird sich einfach psychologisch einiges verändern. Mit PlanetArt hätte man nach meinem Modell in 28/29 ein EPS von 77 Cents erreicht und den Konzern vielleicht mit KGV von 12 bewertet. Ohne PA könnte man schon 26/27 ein Ebitda von 40 Mio € und EPS von 40-42 Cents schaffen, aber man dürfte diesen fokussierten Softwarekonzern dann halt mit EV/Ebitda von 10-11 und KGV von 18-19 bewerten, was dann eben schon Anfang 2027 einen Aktienkurs von 8 € entspricht, den ich im alten Modell erst Anfang 2028 erwartet hätte.
26/27 dann 2% Euribor und ebenfalls in 2027/28 + Sonderzinsen von 3,75%
Hier auf Seite 31/32 findest du die Vorstandsprognose zum Thema
https://www.claranova.com/wp-content/uploads/2024/...c24_VD_Publi.pdf
Ich hatte das im Dezember mal in folgender Tabelle zusammengefasst.
Die neue Kreditfinanzierung wäre sicherlich um einiges günstiger gewesen, wenn man nicht durch den ganzen Mist der Vorjahre nun negatives Eigenkapital hätte. Zusammen mit dem Euribor-Anstieg ist klar, dass man leider so hohe Zinsen berappen musste. Dazu kam die noch auf dem Mist des alten CEO gewachsene letzte PlanetArt Tranche, die nochmal neuem Fremdkapital führte zu gleichen Zinskonditionen.
Hört sich alles total übel an, und ist es auch. Aber daraus erwächst ja auch das große Potenzial, weil diese Risiken im Aktienkurs völlig übertrieben bewertet wurden. Obwohl man 50 Mio Ebitda erzielt, wird man bewertet als stände man kurz vor der Pleite. Dabei dürfte man ab 2028 (noch mit PA unterstellt) 45-50 Mio FreeCashflow pro Jahr erzielen können.
Und heute Abend stehen die Halbjahreszahlen an.
Bin echt gespannt was da heute an Zahlen zum Vorsteuer/Nachsteuergewinn kommt. Aber vermutlich wird der Markt auch besonders darauf schauen, ob bzw. was der Vorstand zum geplanten Verkauf von PlanetArt sagt. Vielleicht ist man ja schon etwas weiter in der Prüfungsphase als vor 4 Wochen.
https://www.claranova.com/wp-content/uploads/2025/...4-2025_EN_VD.pdf
Planet Art schöne Margensteigerung. Das sollte den Verkauf erleichtern. Die entsprechende außerordentliche HV dazu könnte lait Meldung noch im laufenden Geschäftsjahr stattfinden.
Netdebt zuletzt 56,5 Mio €.
Zu PlanetArt wie schon gesagt erstmal nichts Neues, aber schon mal berihugend, dass es wohl relativ schnell gehen könnte, wenn man die a.o.HV bis Juni durchgezogen haben will.
Irgendeinen erneuten Sondereffekte wird es auch bei den Zinsen noch gegeben haben. Ich tippe mal darauf, dass sich in Q1 da noch was mit der vorherigen Finanzierung überschnitten hat oder wieder irgendwelche Abfindungen und Ähnliches für den ganzen Prozeß angefallen sind. Wird man dann aber erst mit den Ergebnissen des zweiten Halbjahres endg+ltig sehen.
Vorerst erhöhe ich trotzdem meine Prognosen. Ebitda von 51,5 Mio auf 54,5 Mio
Überschuss von 16,0 Mio auf 17,5 Mio €, wobei das letztlich von diesen genannten 1-2 Effekten abhängt.
Wobei man selbst 2026/27 bereits bei 12% Ebitda-Marge (der Vorstand erwartet mindestens 13%) ein EPS von 0,45-0,47 € erreichen dürfte.
Die ganzen Rechnungen werden natürlich über den Haufen geworfen, falls man Planet Art verkauft und die Schulden relativ schnell tilgen kann. Dann fällt das Ebitda um 40-45% im Vergleich mit PA, aber die Zinskosten auch sehr stark. EPS wäre vielleicht minimal geringer in 2026/27, aber dafür schon 1-2 Jahre früher netto schuldenfrei. Und man bekäme als reiner Software Publisher dann ne höhere Bewertung zugestanden. Mein Kursziel bleibt so oder so bei 8-9 €.
Aber an den Zahlen gibt es nichts zu mäkeln. Man kann sich zudem sehr sicher sein, dass sie nächstes Geschäftsjahr (ab Juli) bei Ebit und Überschuss noch besser werden, selbst wenn man nicht wachsen sollte.
Mal sehen, ob es die richtige Entscheidung war, jetzt noch mit euch hier ins Boot zu steigen...;)
Allerdings halte ich die 4,0 € bis Jahresende für gut möglich, wenn entweder PlanetArt tatsächlich für 160 Mio verkauft wird, oder (wenn nicht) der Ausblick des Vorstands so positiv bleibt wie zuletzt und man im Spätsommer dann einen entsprechenden Ausblick aufs neue Geschäftsjahr gibt. Nächstes Jahr erwarte ich ein EPS von 37 Cents. Der Vorstand könnte sogar optimistischer sein, wie man an den Aussagen zu steigenden Margen sieht. Da bin ich ja noch eher vorsichtig unterwegs.
Wird ja nirgendwo wirklich ausgeführt, auch nicht ob der Bereich nun noch verkauft werden soll oder man ihn einfach einstellt.
Fragezeichen ist bei mir auch noch ein wenig bei den 10,x Mio Zinskosten inklusive 1 Mio Zinstilgungskosten. Das ist eigentlich zu hoch für ein Halbjahr. Man kann es aber auch positiv interpretieren, wenn davon noch 2-3 Mio auf „Altlasten“ zurückzuführen ist und in den nächsten Halbjahren nicht mehr anfallen. Dann würde es auch zu den Vorstandsaussagen zu erwarteten Zinsaufwendungen im Gesamtjahr bzw. nächsten Jahr passen.
Kurzfristig natürlich interessant, ob der PlanetArt Verkauf nun durchgeht. Davon dürfte vor allem psychologisch einiges für die Aktie abhängen. Ich könnte mich aber auch gut mit beiden Varianten anfreunden, da ich ja vor Bekanntgabe des Deals Anfang März sowieso nicht mit sowas gerechnet hatte, sondern mein Augenmerk eigentlich auf dem sich abzeichnenden Gewinnsprung 2028 liegt, aufgrund der Zinsreduzierung. In gewisser Weise würde Claranova sogar von einer Rezession profitieren (wenn sie nicht zu heftig und langwierig wird), da dan normalerweise die Leitzinsen gering sind, die dann eine Rolle spielen, falls man in 2-3 Jahren doch nochmal eine kleinere Kreditaufnahme benötigt.