WDI Forum für Verantwortungsbewusste
Nichts anderes als bei Comroad seiner Zeit. Die werden auch nicht übernommen. Da übersteigen die Verbindlichkeiten die Vermögenswerte so wie es im Moment aussieht....
Zeitpunkt: 22.06.20 10:58
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Kommentar: Unterstellung
Die Banken (die mit hohen Gebühren belastet wurden usw. ) verhandeln jetzt mit Wirecard. Es gibt hier einige Banken die zwischen 100-300 Millionen drin sind (auch DB). Die Kreditlinien wurden fast vollständig von Wirecard abgerufen. Interessant fand ich in dem Artikel, dass jetzt Fries sich Hilfe von der Investmentbank "Houlihan Lokey" nimmt, um ein Finanzierungs- sowie Restrukturierungsplan zu entwerfen. Die Firma (wenn ihr googled) steht im Zusammenhang mit Lehman Brothers und Enron und hatten dort bereits Gläubigerausschüsse beraten.
Umsätze werden zur Hälfte in Asien gemacht, diese sind mehr als fraglich. Daher wundert es mich nicht, das die Aktie bei 15 notiert (~3 Mrd. Marktkapitalisierung).
m.E. geht es ganz klar darum, eine drohende Insolvenz zu verhindern.
Das ist nur meine Meinung. Keine Kauf-Verkauf bzw. Handlungsempfehlung!
Probleme sind jedoch sicherlich, dass es vermutlich kein frisches Geld mehr geben dürfte (zumindest von den Banken) und eine unermessliche Flut an Schadenersatz-Klagen anstehen wird.
Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass dies ohne Insolvenz vonstatten gehen kann ( ist aber lediglich meine persönliche Meinung).
Eine Insolvenz bedeutet ja nicht, dass die Wirecard-Technologie stirbt, sondern dass alle Rechtsanforderungen resetet werden ...
Dass dies zumindest angedacht wird, sieht man ja an den beteiligten Beraterfirmen ..
Diese Konzepte müssen allerdings sehr schnell umgesetzt werden. Da wird man sicherlich nicht allzu lange „rumdoktern“ können.
Sollte tatsächlich jemand bieten, dann ist das noch mal Sahne auf die Betrugstorte; Niemand (!) tut dies ad hoc ... never ...
Ich bin deshalb auch raus, weil das meine Nerven schont ... Verlust 10 Prozent vom Depot akzeptiert, fertig!
Quelle: https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/...-kontrollversagen-1.4943126
21. Juni 2020, 18:37 Uhr
Wirecard:Deutsche Hybris
Dr Markus BRAUN CEO Vorstandsvorsitzender Gestik faltet die Haende zum Gebet Einzelbild angesch
Wirecard-Chef Markus Braun trat oft erfolgsversessen auf. (Foto: FrankHoermann/imago images/Sven Simon)
1,9 Milliarden Euro abhandengekommen? Kann offenbar passieren. Wie schon bei VW haben bei Wirecard alle Kontrollen versagt - vom Aufsichtsrat über die Rechnungsprüfer bis hin zur Finanzaufsicht.
Kommentar von Nicolas Richter
Als sich Volkswagen gerade in den Abgasen seiner betrügerischen Dieseltechnologie verlor, im Jahr 2018, stieg ein Hoffnungsträger in den elitären Zirkel der Dax-Konzerne auf: die Wirecard AG, ein Digitalunternehmen für bargeldloses Bezahlen per Karte oder App. Damals konnte man gerade an den Alten im Dax verzweifeln: VW hatte sich an die Weltspitze schummeln wollen, die Deutsche Bank reihte eine Affäre an die nächste, Bayer hielt es für klug, das Imagegift Monsanto zu kaufen. Wirecard immerhin versprach statt Verbrennungsmotoren und Pestiziden sauberen Datenverkehr und die Aussicht, dass Deutschland auch mal digitale Innovation aufbieten könne. Weil das Anleger glaubten, verdrängte Wirecard die Commerzbank aus dem Dax. Es hätte der Aufbruch in eine neue Zeit sein können.
Doch nun hat sich auch Wirecard in einen Skandal verstrickt, der existenzbedrohend ist für das Unternehmen und rufschädigend für den gesamten Wirtschaftsstandort. Dem Konzern sind auf den Philippinen 1,9 Milliarden Euro abhandengekommen. Das Geld soll ein Anwalt verwaltet haben, der einst zur philippinischen Regierung gehörte, bevor er wegen Unregelmäßigkeiten gefeuert wurde. Wirecard will ihm anschließend einen Großteil des Firmenvermögens zu treuen Händen gegeben haben. Schon dieser kurze Abriss legt nahe, dass sich hier eine der größten Blamagen anbahnt, die sich ein Dax-Konzern je geleistet hat - oder einer der größten Schwindel.
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Pure Inkompetenz genügt jedenfalls nicht, um den schier unglaublichen Vorgang zu erklären. Vielmehr drängt sich die Frage auf, ob das verschwundene Geld je existierte. Hat Wirecard Umsätze, Gewinne und Guthaben erfunden, die es nie gab, um den Aktienkurs zu steigern? Das würde an den Skandal um den US-Konzern Enron erinnern, der sich schönrechnete, bis er kollabierte. Noch ist unklar, ob Wirecard dieses Schicksal droht, aber im Lichte der filmreifen Philippinen-Connection scheint inzwischen alles möglich zu sein.
Der Fall Wirecard offenbart Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen deutschen Wirtschaftsskandalen der alten und der neuen Zeit. Die Hybris jedenfalls ist geblieben. Wirecard-Chef Markus Braun trat oft so erfolgsversessen auf wie die Chefs von Daimler, Deutscher Bank und VW, als diese ihre Konzerne an die Weltspitze peitschen wollten. Mit diesem unbändigen Ehrgeiz haben sie alle ihren Firmen geschadet, weil die unternehmerischen oder technologischen Mittel, um im Kreis der globalen Marktführer mitzumischen, weit hinter den Ambitionen ihrer Chefs zurückblieben. Auch bei Wirecard war die provinzielle Struktur dem globalen Anspruch nie gewachsen.
Warum haben Behörden Reporter verfolgt und nicht den Vorstand im Blick gehabt?
Sichtbar sind aber auch die Unterschiede. Erstens: ein übermächtiger Konzernlenker. Wie bei Start-ups üblich, war bei Wirecard alles auf den Ideengeber und Chef Braun ausgerichtet. Der Aufsichtsrat wirkte blass, der Vorstand bestand aus Vertrauten Brauns, agierte mit einer fast Trump'schen "Wir gegen die"-Attitüde und behandelte Kritiker wie Feinde, besonders die Financial Times, die verdienstvoll vor jenen Missständen gewarnt hat, die dem deutschen Unternehmen nun zum Verhängnis werden könnten.
Zweitens war die Substanz von Wirecard, auch das nicht untypisch fürs Internetzeitalter, stets schwer einzuschätzen. Während man bei VW wenigstens Autos und Fabriken zählen konnte, waren Wirecards Geschäftsmodell und dessen Wert nie so richtig zu ergründen. Vielen Anlegern und Analysten schien es zu genügen, dass Braun von Innovation redete. Die Intransparenz und Lückenhaftigkeit der Buchführung und Dokumentation erinnerte derweil mehr an Hawala-Banking denn an die Solidität, die einem Dax-Konzern angemessen wäre. Viele Umsätze, die Wirecard mit dubiosen Drittfirmen im Ausland erzielt haben will, sind kaum nachvollziehbar. Im Grunde ähnelt der Konzern einem Offshore-Konstrukt, in dem selbst Experten den Überblick verlieren. Das ist zwar nicht ungewöhnlich für heutige Digitalfirmen, erhöht aber die Anfälligkeit für Tricksereien aller Art.
Der Niedergang Wirecards stellt nun wieder einmal die deutsche Selbstwahrnehmung infrage, eine Nation überdurchschnittlich seriöser Kaufleute zu sein. Wie schon bei Volkswagen wirft auch der Fall Wirecard grundsätzliche Fragen zur Kontrolle auf. Warum haben Aufsichtsrat, Compliance-Experten und Rechnungsprüfer nicht ihre Arbeit gemacht? Warum ließ die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht kritische FT-Reporter verfolgen, bevor sie den Vorstand von Wirecard in den Blick nahm? Offensichtlich ist noch immer niemand in der Lage, Dax-Konzerne zu retten vor ihrer zuweilen verheerenden Mischung aus Seilschaften, Selbstüberschätzung, Inkompetenz und der gelegentlichen Neigung zum Gesetzesbruch. Kleinaktionäre, die auch jetzt wieder zu den Verlierern gehören, sollten ihr Geld breit streuen. Der Dax steht nicht nur für Solidität, sondern auch für Firmen, die sich größer fühlen, als sie sind.
Für die Gewerbesteuer ist ein Verlustrücktrag nicht möglich.
Bei der Körperschaftsteuer ist ein Verlustrücktrag bi 1 Mio. EUR möglich (früher 2 Mio DM). Der Gewerbesteuersatz beträgt 15% also 150.000 EUR. Ich glaube nicht, dass die Lage damit zu retten ist.
Ein Top-Schwimmer kam bei einem Schiffsunglück ums Leben - sagt ein Bekannter von ihm: "Aber der konnte doch so gut schwimmen - wieso ist der denn untergegangen ?!"
Antwort: "Ja, konnte er. Aber er klammerte sich an das sinkende Schiff."
* Im KPMG-Bericht steht aber doch auch, dass für 40% der Kunden Verträge existieren
* Dass die genannten Bezeichnungen von der FT Fake-Bezeichnungen waren, und sowohl im 2019er Datensatz und 2016-2018 existiert haben.
* Wenn dort das ganze unseriöse Geschäft ist, dann macht das ja auch Sinn
* Selbst MCA-Mathematik (Edo?) hat anfangs NIE das Geld in Frage gestellt.
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Ich bleibe dabei. Die 3 TPAs haben gesehen, dass man mit dem Treuhandgeld wunderbar etwas anderes anfangen kann.
Dass man nun keine AKTIVA (Cash) vorlegen kann erscheint verständlich. Wenn man den Cash weiterreicht, dann einfach so --- z.B. zu oCap (100Mio + Cash für Indien-Deal 50 Mio).
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Andererseits, wenn die MCA-Kredite noch dazu kommen (und da kommt irgendwann evtl. auch noch eine Ad-hoc), dann stehen wieder 250 Mio. im Feuer. Dazu kommen noch normale Kredite.
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Ich habe die Hälfte verkauft, der Rest hat beim übrig gebliebenen Depot nun eine normale Gewichtugn
Mittlerweile gehe ich davon aus, dass die eingesammelten Kredite einfach nur dazu genutzt wurden Scheinumsätze zu generieren. Sonst ist da nix gelaufen... Die überteuerten Übernahmen wurden dann vielleicht noch genutzt um Geld beiseite zu schaffen... Wie auch immer - enttäuschend...
Der Schlag am Donnerstag saß tief und war hart. Wie so viele hier habe ich mein Risikomanagement aus Gier und dem Glauben daran, dass alles stimmt uns ich in nächster Zeit im Preis widerspiegelt, über Bord geworfen. Knapp 460 Shares habe ich am Donnerstag zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt zu etwas über 30 € auf den Markt geworfen. Es gab vorher bessere Zeitpunkte, es gab danach nochmal bessere Zeitpunkte, aber ich konnte es psychisch nicht mehr ertragen. Verlust knapp 37.000 €...
Klar rege ich mich über diesen wohl vorliegenden Betrug auf. Aber noch mehr ärgere ich mich über mich selbst. Da gehen einem in den Tagen danach tausende Gedanken durch den Kopf, wie man hätte vernünftig handeln müssen und was man alle mit dem Geld hätte tun können... wie man es wiederbekommen könnte... ob man nicht doch alles an Geld von der Börse abzieht um es schnell in Sicherheit zu bringen...
Ich habe in den letzten Tagen noch viel im Forum gelesen. So etwas lässt einen bei der persönlichen Betroffenheit nicht einfach los.
Es ist richtig... viele haben gewarnt... viele haben Ihre Meinungen geteilt... ich hab sie überhört... ich wollte zu sehr, dass alles seine Richtigkeit hat... ich wollte den Gewinn in ein paar Jahren einstreichen... ich wollte zu den Siegern gehören...
Danke an alle, die sich sinnvoll an der Diskussion hier beteiligt haben. Danke für die Mühe und Zeit, die Ihr in Recherchen gesteckt habt, auch wenn diese leider in den meisten Fällen nicht aufdecken konnten, was da im Hintergrund läuft.
Mein Beileid allen, die Ihr Geld in diesem Grab verloren haben. Es trifft mich persönlich hart, aber ich weiß, dass es noch viele härtere Fälle hier gibt. Ich habe einen Teil meines Vermögens verloren. In 30 Jahren werde ich das nicht vergessen haben, aber hoffentlich wird es irgendwann egalisiert sein. Ich wünsche euch allen, dass Ihr diese nagative Erfahrung überwinden und verarbeiten könnt. An Krisen wächst man... Irgendwo muss auch etwas positives aus dieser Krise gezogen werden können.
Und bitte bitte bitte hört auf euch in diesen Foren hier zu verspotten und über die lustig zu machen, die einfach einen Fehler gemacht haben.
Alles wird irgendwann gut.
Das TPA Geschäft lief vermutlich nicht zugunstes von Wirecard (wenn überhaupt) und die 1,9 Mrd sind wohl weg, oder nie dagewesen.
Nicht alle Geschäfte in Asien liefen über TPA Partner, also ist nicht das ganze Asiengeschäft getürkt, sondern nur das der TPA Partner.
Laut Nebenwertemagazin macht Wirecard ohne das TPA Geschäft noch 500 Mio Jahresgewinn (sonst habe ich keine andere Quelle)
Der neue Vorstand meldet per dahoc, dass die Gespräche mit den Banken konstruktiv verlaufen.
Bloomberg meldete Samstag abend unter Berufung auf die FAZ, dass ein nicht genannter Bankmitarbeiter aussagt, dass die Banken Wirecard stützen wollen
Die 19,Mrd fehlen insbsesondere dann im Eigenkapital, das operative Geschäft läuft weiter.
Ich denke wenn die Banken bei der Stange bleiben, und die Information, dass ohne TPA Partner statt 1,2 Mrd noch ein Jahresgewinn von 500 Mio übrigbleiben würde, es Hoffnung gibt.
Bei 500 Mio Jahresgewinn und Kurs 14 ergibt sich ein KGV von 3,45
Wichtig wäre jetzt so schnell als möglich ein Jahresbericht mit Testat unter Ausschluß aller TPA Aktivitäten, um ein realistisches Bild zu bekommen.
Die Aktie wird bis dahin die cash cow der Lerrverkäufer bleiben.
Dass der Kurs heute bei 10,70 gedreht hat, könnte ein Indiz sein, dass auch die Leerverkäufer erkennen, dass eine Chance auf eine Weiterführung ohne Insolvenz gibt
Positiv, dass am Sonntag nach der neue CEO vermutlich erst einmal alle negativen Aspeckte meldet um reinen Tisch zu machen, jetzt muß alles auf den Tisch
Wie kann da so eine riesen Sch...e passieren ?
Die Bafin kriegt alle. :-)
Sich aber dann noch vor die Kamera zu stellen und von großen Betrügereien zu sprechen ist schon ziemlich abgebrüht.
Raus und abhaken, es wird noch genügend Möglichkeiten geben an der Börse Geld zu verdienen.
Ich für meinen Teil bin raus. Mit dem verbleibenden Geld neu durchstarten und niemals alles auf eine Karte setzen.
Hier ein Auszug aus der Süddeutschen Zeitung dazu:
"Im Herbst 2019 wurde jener unehrenhaft entlassene Beamte zum Treuhänder bestellt. Insgesamt sechs Konten will er bei der Bank of the Philippine Islands und der BDO Unibank für das deutsche Unternehmen geführt haben. Für Wirecard UK & Ireland Ltd soll er 393,5 Millionen Euro angelegt haben. Für die Wirecard Technology GmbH waren es 400,5 Millionen. 30 Millionen für die Wirecard AG, 20 Millionen für die Wirecard Sales International GmbH und schließlich fast 1,1 Milliarden für die Tochterfirma Cardsystem Middle East FZ LLC. Insgesamt also: 1,938 Milliarden Euro."
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/...reuhaender-betrug-1.4942823
Hat denn Wirecard außerhalb des Asiengeschäftes tatsächlich Gewinn gemacht, wenn der Gewinn doch offenbar auch auf nicht-existenten Konten liegt? Der nicht existente Betrag von 1,9 Mrd. entspricht doch ungefähr dem Gewinn, den Wirecard insgesamt in seiner gesamten Existenz gemacht hat.
Mich wundert, dass der Markt Wirecard noch so hoch bewertet (derzeit Kurs um die 15€). Würde das nicht voraussetzen, dass Wirecard außerhalb von Asien tatsächlich Gewinn erwirtschaftet hat? Aber existiert dieser Gewinn wirklich, wenn er doch auch auf den nicht-existenten Treuhandkonten liegen soll?
Versteht das jemand hier?