Antizykliker-Thread - v2.0
Dass ich heute ausnahmsweise mal länger Stellung bezogen habe in # 705, liegt einzig und allein an Zanonis Posting # 692 und die Reaktionen darauf. Da es in # 692 um mich ging, fand ich es nötig, auch persönlich noch mal dazu einen Kommentar abzugeben - auch als Geste des Respekts für Fillorkill.
Dass dies in Anwürfe wie "waidwund", "Dreck werfen" und "Kulturrassismus" umgemünzt wird, bestätigt die auch anderweitig bei Ariva vorherrschende Meinung,
dass es "keinen Zweck hat, im AZ-Thread zu posten" (Zitat Permanent).
Werde dementsprechend auch künftig keine Zeit mehr hier vergeuden.
Und sei gewiss: Es geht nicht (nur) um deine Person. Die Debatte hat sich schon lange verselbständigt wie man heute in Athen sah. Grund ist unter anderen die Scharfmacherei von Extremisten im ethischen Denkmantel wie deinereiner (den Griechen geht es auch um Ethik, IHRE Ethik). Was not tut in dieser Debatte sind Toleranz und Verständnis. Wer die Welt schwar/weiß sieht hat damit aber Probleme. Und würde auch weniger Bücher verkaufen/Klicks generieren.
Das war natürlich auch daneben, Alter.
Die Reaktion war deshalb aufbrausend- aber das kannst doch wohl verschmerzen....
Hierauf erhält er einige Wiederworte, was dazu führt, dass er konstaniert, dass man im AZ nicht mehr posten müsse, da es keinen Zweck hätte...
Das ist mal verdammt dünnhäutig.
langsam wieder ausklingen lassen. Deren Emphase ganz sicher damit zu tun hat, dass der BT geschlossen und der AZ hingegen offen ist. Was bedeutet, auch die Diskussion zu BT-Postings nur hier führen zu können...
Um einer Inflationierung des Rassismusvorwurfs vorzubeugen möchte ich feststellen, dass ich lediglich auf rassistische Argumentationsmuster in AL-Postings hinweisen wollte. Ich weiss jedoch nicht, ob AL ein Rassist ist. Ich weiss aber zumindest, dass er keiner sein will und dies glaube ich ihm auch (allerdings wäre es für jedweden Rassismus nicht untypisch, den - für dessen Adressaten evidenten - Sachverhalt abzustreiten). Ich hätte mir gewünscht, er möge erkennen, welchen logischen Endpunkt die Ethnisierung und Kulturalisierung des Krisendiskurses ansteuern muss. ..
Fill
Denk die Sache noch um eine Ecke weiter, dann wird Dir verständlich, warum Al ein Deleveraging bzw. eine Rückabwicklung der Verschuldungsexzesse für unvermeidlich hält.
Woraus leitest Du ab, dass es Al darum ginge, die Spreu vom Weizen zu trennen?
Was darf man sich überdies darunter vorstellen?
Ich habe gerade mal unter dem Stichwort "moderner Rassismus" und kulturalistischer Rassismus" nachgegoogelt.
Interessant, habe gar nicht gewußt, wie verästelt dort Unterscheidungen getroffen werden -
macht aber Sinn.
Das entscheidende Kriterium bleibt allerdings auch dort die Annahme einer naturalistisch bedingten Unveränderlichkeit. Diese tritt dann an die Stelle des Rassenmerkmales.
Die Verabsolutierung und Naturalisierung muss dabei ein solches Gewicht bekommen, dass sie diesem Merkmal gleich kommt.
Ich kann nicht erkennen, dass Al's Ethik-Kritik solche Qualität hätte.
Es fehlt auch die starke Positionierung eines kulturell naturalistisch überlegenen "Wir" in Al's Kritik.
Seine Ethik-Kritik ist auch keinesfalls fest mit bestimmten Nationalitäten verbunden.
Er beklagt dies überall, in Teilen auch bei uns.
Man darf auch folgendes nicht ausser Acht lassen. Kultureller Rassismus besteht "nicht" schon in der bloßen Kritik an bestimmten Kulturen oder Nationen, sondern in deren Diskriminierung! - eben verbunden mit einer verabsolutierenden naturalistischen Kausalitätsbetrachtung.
Die offizielle Rassismus-Definition der UNO grenzt dies sogar noch weiter ein:
"In dieser Übereinkunft umfasst der Begriff ' Rassendiskriminierung ' jede Unterscheidung jeden Ausschluss jede Einschränkung oder Bevorzugung auf Grund von Rasse Farbe Abstammung nationaler oder ethnischer Herkunft mit dem Ziel oder der Folge die Anerkennung den Genuss oder die Ausübung der Menschenrechte und Grund freiheiten auf gleicher Grundlage im politischen wirtschaftlichen sozialen kulturellen oder jedem anderen Bereich des öffentlichen Lebens aufzuheben oder zu behindern."
Ein Restauranteigner, der grundsätzlich keine Südländer einstellt, oder gar bedient, wäre z.B. ein Rassist nach dieser Definition
( Art.2 I, Art 3 1 und Art. 12 I 1 GG würden hier z.B. berührt)
Warum diese ganzen Merkmale im Sentimnet mit "Doom", also mit der Prognose von Blasen, Rezessionen und Ähnlichem zu tun haben sollte, erschliesst sich mir nicht.
Der Rassismusbegriff ist letztlich aus der Rassenideologie des Dritten Reiches entstanden.
Das nächste was ich sofort mit Rassismus assoziere wäre dann sofort der Ku-Klux-Clan.
Wenn man jemanden als Rassist bezeichnet, rückt man ihn gedanklich immer ein Stück weit in diese Nähe.
Mit solchen Begriffe sollte man daher nicht leichtfertig umgehen.
Schön, dass Du den Rassissmusvorwurf wenigstens nicht inflationieren möchtest.
die Ableitung einer makroökonomischen Schieflage aus kollektiven Charakterdeficiten ist sachlich nicht nur absurd, sondern eine glasklare rassistische Figur. Eine, die AL eben benutzt. Das er dieselbe makroökonomische Schieflage gleichzeitig auf Charakterdeficite in Banketagen zurückführt macht es nicht besser und ist sachlich mindestens ebenso absurd. Wer aber, wie AL, überall wo gerade mal Krise ist, einen abgrundtief destruktiven Willen, eine negative Moral, eine verkehrte Ethik, eine kulturell bedingte Unreife usw am Werk sieht, für den liegt die kausale Therapie auf der Hand: Es braucht ein reinigendes Gewitter, welches Spreu von Weizen trennt. Alles andere macht gar keinen Sinn. ..
Fill
Gratulation! Mit diesem schlichten Bekenntnis haben Sie ihr Gehirn an der Garderobe abgegen.
Sie erhalten dafür als moderne, karrieresüchtige Lady mit nachgewiesenem Chic und Esprit die
GOLDENE EINTRITTSKARTE
für die Politische Rechte, alle muffigen besseren Altherren-Zirkel, den Aufstieg in die Chefetage, und
den BT !!
Gedankengebäude, die Kultur nicht als „historisch bedingt“ und als veränderbar betrachten, und in denen Vorstellungen von Kultur „in einem solchen Maße verdinglicht und essentialisiert werden“, dass Kultur „zum funktionalen Äquivalent des Rassenbegriffs wird“, werden als kultureller Rassismus bezeichnet.[8]
„John Solomos und Les Back vertreten die Auffassung, daß Rasse heute ‚als Kultur kodiert‘ wird und daß ‚das zentrale Merkmal dieser Prozesse darin besteht, daß die Eigenschaften von sozialen Gruppen fixiert, naturalisiert und in einen pseudobiologisch definierten Kulturalismus eingebettet werden‘.“
– George M. Fredrickson: Rassismus. Ein historischer Abriß[9]
Hall sieht eine Ablösung des genetischen durch einen „kulturellen Rassismus“. Statt von Rasse würden in neu-rechten Ideologien Ethnizität und Kultur als Ersatzbegriffe verwandt und statt von „genetischem Mangel“ sei von einem „Kulturdefizit“ die Rede.[10] Dabei werden „bestimmte Lebensgewohnheiten, Sitten und Gebräuche einer bestimmten Menschengruppe verabsolutiert und naturalisiert […], sozusagen als die einzig normale Form zu leben angesehen […], und andere, davon abweichende Lebensformen […] negativ (oder auch positiv) bewertet […], ohne daß dies unbedingt genetisch oder biologisch begründet wird […] Auch dies dient der genannten Ausschließung anderer Menschen, der Abgrenzung und der Legitimation, die Anderen zu bekämpfen“ (Siegfried Jäger[11]).
In Deutschland ist nach dem Nationalsozialismus das Wort Rasse großteils diskreditiert. Dies führe nach Theodor Adorno häufig zur Vermeidung des Begriffes Rasse und der Ersetzung des Begriffes, um rassistische Theorien und Inhalt zu kaschieren. Als Klassifizierungsschema der Biologie für Pflanzen und Tiere ist es weiterhin allgemein üblich.
„Das vornehme Wort Kultur tritt anstel
In der Forschung zum Neorassismus wird der Begriff Kulturalismus als synonyme Bezeichnung zu differentialistischem Rassismus und kulturellem Rassismus seit den 1990er Jahren verwendet.
... wie ich heute beim googeln herausgefunden habe.
Wenn Fill auffällige Formulierungen verwendet, steckt meistens etwas dahinter, wie mir schon häufiger aufgefallen ist ;)
"Die Wurzel der Misere ist die Sozialdemokratisierung der Welt:"
"Mehr geben als da ist, weil man für das Verteilen guter Taten wieder gewählt wurde."
Hää? (oder war das Satire?)
Also zumindest wenn man von politischen Parteien und deren Namen und offizieller Ausrichtig ausgeht, haut das aber gar nicht hin und schon gar nicht in den letzten 30 Jahren BRD.
Aber auch unabhänging von einzelnen Parteien hat 2tes doch nix mit den, auch praktisch möglichen, Idealen der Sozialdemokratisierung zu tun (e.g. gewisse Maße (wichtig!) an Gesundheitsversorgung, Arbeitschutz, Arbeitsverträge, Bildung, Umverteilung, Altersabsischerung, Minderheitenschutz,... ).
"„John Solomos und Les Back vertreten die Auffassung, daß Rasse heute ‚als Kultur kodiert‘ wird und daß ‚das zentrale Merkmal dieser Prozesse darin besteht, daß die Eigenschaften von sozialen Gruppen fixiert, naturalisiert und in einen pseudobiologisch definierten Kulturalismus eingebettet werden‘.“
Also Kultur ist echt, die kann man probieren zu verstehen und die übt "natürliche" Einflüsse aus, während Kulturalismen künstliche Konstrukte sind, die aus gerade nützlichem/pasendem geformt werden?
Interessant!
und hat damit hat er schön aufgezeit, womit ich leicht zu reizen bin.....Wäre aber auch sicher kein guter Pokerspieler...
zu #4734
Ethik kann in nahezu allen Lebensbereichen Anwendungen finden.
Korruption und Überschuldung von Staaten können auch aus ethischen Gesichtspunkten kritisch betrachtet werden. Der Mangel an Ethik ist dabei evident.
Korruption und Überschuldung von Staaten haben dabei auch immer eine gesellschaftliche Komponente. Es liegt auch an der Gesellschaft als solchen - nicht nur allein an der Politik - die wichtigen Veränderungen herbeizuführen.
Eine Abkehr von solchen Phänomen und eine Rückkehr zur Wettbewerbsfähigkeit muss auch von der Gesellschaft mitgetragen werden.
Die Bereitschaft dazu und die nötigen Wertentscheidungen beginnen dabei in den Köpfen der Einzelnen. Bei solchen Prozessen auch über Ethik nachzudenken kann mit Sicherheit sehr sinnvoll sein.
Wenn ich sehe, dass die Griechen in Teilen mit Nazivergleichen gegen die Deutsche Rettungspolitik protestieren und dort zugleich eine "echte" faschistische Partei mit symbolbesetzen Armbinden nach neuesten Umfragen die Drittstärkste Kraft ist, kann ich in jeder Hinsicht nur staunen.
Wie würdest Du dieses Verhalten unter ethischen Maßstäben aber auch davon losgelöst beurteilen?
Wie würdest Du auch die Sachverhalte bewerten wollen, die Gegenstand der Artikel sind, die ich oben verlinkt habe?
http://www.ariva.de/forum/...Thread-v2-0-432583?page=187#jump14310031
Darf man sowas Kritisieren? Wenn ja, wie würdest Du diese formulieren, um nach Deiner Definition eines modernen Rassismus nicht als rassistisch zu gelten?
Die Frage ist ernst gemeint, Deine Antwort würde mich da sehr interessieren.
Morgen früh mach ich wieder schluss mit off-topic posts, jetzt noch kurz:
Fill, die Mord-und-Totschlag-Rate ist bei nicht menschlichen Primaten sicherlich nicht niedriger als bei uns. Ethisch sauber kann man die also nur nach interessanten Debatten zum (freien) Willen, Bewusstsein, usw. nennen.
Interessanterweise habe ich auch mal ähnliches zu den sogg. Naturvölkern, deren Lebensweise bei uns ja häufig sehnsüchtig verklärt wird. Nix mit Harmonie und so, auch dort Mord-und-Totschlag. Oder die Osterinseln, eine spannende Theorie(!) beschreibt, wie die Einwohner erst den ganzen Wald abgholzt haben und dann langsam an Proteinmangel untergegangen sind (keine Fischerboote mehr).
Kritisiert wurde "nicht" der Charakter sondern ein bestimmter Kurs - eine bestimmte Handlungsweise - die er unethisch findet.
Es ist etwas anderes, ob man den Charakter, also die Persönlichkeit als solche, kritisiert. Oder ob man lediglich bestimmte Handlungsweisen und Entscheidungen kritisiert.
Im letzteren folgt aus der Kritik nämlich kein Werturteil über den Menschen insgesamt.
Ethik ist auch keine Charaktereigenschaft sondern eine Disziplin der praktischen Philosophie, dessen Gegenstand der Untersuchung das menschliche Handeln ist - nicht der Charakter.
Ist Dir eigentlich aufgefallen, dass Dir solche Ungenauigkeiten in diesem Zusammenhang vornehmlich zu Al's Lasten passieren?
der AZ ohne BT-Kommentierung ist ja eher das leere, rauschende Nchts.