Ein Chart-Chaos, das sich erst noch auflösen muss


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Neuester Beitrag: 25.04.21 10:15
Eröffnet am:29.07.07 08:04von: moyaAnzahl Beiträge:2
Neuester Beitrag:25.04.21 10:15von: MonikavtduaLeser gesamt:1.899
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1354144 Postings, 7449 Tage moyaEin Chart-Chaos, das sich erst noch auflösen muss

 
  
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29.07.07 08:04

Ein Chart-Chaos, das sich erst noch auflösen muss

von Ronald Gehrt

Die Verunsicherung geht nicht nur weiter, sie nimmt täglich zu. Und wenngleich die Tendenz gestern klar bearish war – nicht alleine wegen der Kursverluste allein, sondern auch und vor allem, weil kaum Tendenz zu Shorteindeckungen oder Käufen zu sehen war – ist die Sache noch nicht eindeutig. Aber: Das Pendel ist doch sehr zu Gunsten der Bären geneigt.

Das Problem gerade für den Dax ist, dass die Kurse hier weit überverhältnismäßig abgegeben und so bereits zahlreiche Unterstützungslinien durchbrochen haben. Sie sehen im Chart, dass der Dax um 17:30 Uhr bereits bei 7.500 schloss, ein Niveau, das genau auf der Unterstützung durch die Intraday-Tiefs der ersten Juni-Korrektur liegt. Der Dow Jones ist aber von diesem Level noch ein gut Stück entfernt, der Nasdaq 100 erst recht. Wie also geht es heute bzw. kommende Woche weiter?

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Als die US-Börsen nach dem deutschen Parkettschluss um 17:30 weiter abtauchten, sackte der nachbörsliche Dax sogar kurzzeitig unter 7.400! Eine Vorgabe für heute? Möglich – aber eben nicht zwingend. Das wird darauf ankommen, inwieweit sich die asiatischen Börsen von der Unruhe anstecken lassen. Sollten hier markant schwache Vorgaben kommen, ist ein weiteres Durchsacken eher wahrscheinlich – mit erster Zielrichtung der Mai-Tiefs bei 7.300. Aber:

Dow Jones: Meist kommt jetzt eine Rallye ... aber eben nicht immer!

Der Dow Jones ist durch seine markante Kreuzunterstützung um 13.600/13.700 in einem Satz durchgerauscht. Eigentlich selten, dass es so heftig zugeht. Dass der Index dann am Ende immerhin 100 Punkte über Tagestief schloss, ist bei mehr als 300 Punkten Minus nicht entscheidend. Eine Rallye, die was taugen würde oder gar eine Trendwende blieb aus. Keine Kavallerie in Sicht. Grundsätzlich ist der Dow nun also negativ zu werten und hat ein erstes Kursziel bei 13.250. ABER:

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Es kann zwar nun in einem Strich weiter bergab gehen, normal wäre aber der Versuch einer Gegenbewegung in Richtung des 20 Tage-Durchschnitts bei 13.700 ... was aber allemal auch später kommen kann, nach einem Test der 13.200.

Nasdaq 100: Trügerisch stabil

Und nun der Nasdaq 100 – was war denn hier geboten? Dieser Index hat seine Entscheidungszone fast verteidigt (bzw. nicht entscheidend darunter geschlossen) – trotz –300 Punkten im Dow Jones! Ist das ein bullishes Signal? Nein.

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Denn das hat der Index nur amazon.com und Apple zu verdanken, die am Dienstag und Mittwochabend nach sehr guten Quartalsbilanzen senkrecht stiegen und nun mal Schwergewichte in diesem Index sind – sie machen zusammen um die 15% aus. Daher sollte man nicht zu hoffnungsvoll auf diesen Index als Hort der Stabilität blicken. Gerade Aktien, die noch meilenweit im Plus sind, werden gerne für Verkäufe genutzt (weil es angenehmer ist, im Geiste Gewinne mitzunehmen denn Verluste zu realisieren), d.h. wenn man sich bei diesen beiden Werten dazu entschließt und der Zug dort erst mal rollt, fällt der Nasdaq 100 schneller als die anderen Börsen hinterher.

Sicherheit haben sie vorerst weder kurz- noch mittelfristig

Die ganze Veranstaltung ist voller Wenn’s und Abers. Nie gibt es absolut klare Vorgaben, nie kann man sicher sein, nicht plötzlich von einer Welle von Shorteindeckungen oder Verkäufen erfasst und 100 oder mehr Punkte in die falsche Richtung gespült zu werden. Im Chart und auf dem Papier sieht das alles leicht und klar aus. Aber das ist es nicht, solange man nicht am Morgen schon weiß, ob die Kurse am Ende des Handels im Plus oder Minus schließen werden. Die sehr unterschiedlichen Signale der großen Indizes tun ihr übriges, von den heute anstehenden Konjunkturdaten (US-Bruttoinlandsprodukt) mal ganz abgesehen.

Eines würde ich aber mal vorsichtig konstatieren: Mit dem gestrigen Durchsacken des Dax ist das Verkaufssignal vom Dienstag nicht mehr provisorisch, sonder klar untermauert worden. Aber ob das jetzt erste Zwischentiefs sind, die Short-Term-Trader nutzen könnten oder gar Kaufkurse, ob es heute sofort weiter nach unten geht oder sich das Tempo gar beschleunigt – ich weiß es nicht ... und kein anderer sonst. Es wird weitergehen wie üblich: Jeder lauert, was der andere tut. In solchen Situationen ist daher absolut alles möglich: Eine Gegenreaktion des Dax an die 7.750 ebenso wie ein Abrutschen auf 7.300. Daher:

Wer nicht wirklich agieren muss, sollte sich von diesem Markt fernhalten. Kurzfristige Trader mit Erfahrung und stabilen Nerven können sich hier ja tummeln, aber wer die Börse nicht als Schlachtfeld sondern als Anlagemedium versteht, sollte lieber in den kommenden Tagen woanders hinsehen. Ansonsten werden Sie in den Strudel gezogen:

Mit jeder Rallye neigen Sie dazu, mitzumachen – es könnte das Tief sein. Mit jedem plötzlichen weiteren Abverkauf fürchten Sie, jetzt kommt der Crash. Und das Tempo wird immer schneller und schneller ... nein, das sollte man sich nicht antun. Achten Sie aber bitte darauf, ihr Depot nicht zu großen Verlusten auszusetzen. Wer keine Stoppmarken hat, sollte sich das nun schnell überlegen. Ich gehe zwar davon aus, dass Sie als Leser des Observer lange genug gewarnt waren, um sich auf ein solches Szenario einzustellen, aber ich muss es der Vollständigkeit erwähnen: Gewinne können Sie laufen lassen, nie aber die Verluste. 

Quelle:Daily Observer Abonnenten

Gruß Moya

 

1151 Postings, 8750 Tage f8169@moya

 
  
    #2
29.07.07 11:00
ein bisschen spät der Beitrag oder ;-)
 

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