Der Antizykliker-Thread
Der von mir postulierte Deckel ist weggeflogen - da werde ich nicht zuwarten, dass der Verlust größer und größer wird und habe reagiert - und schwupps hat jetzt jemand anderes meinen BP-short-Gewinn...
Und ggf. in der kommenden WE die Position drehen.
Und ich sehe gerade, die COEUR D'ALENE gehen dafür auch richtig steil...
Jetzt magst du einwenden: Ja, aber nur in Papierwährung. Dann antworte ich: Das ist schnurz. Denn nur mit Papierwährung kann ich Gold/Aktien in Waren tauschen. Und die brauch/will ich nun mal zum Leben. Ein Barren im Tresor nützt mir nichts, ebenso wie ein Stück Aktie nur bedruckte Papier ist. Wichtig ist alleine der Tauschwert in Waren. Und da sieht es bei Gold im Vergleich zu Aktien nun mal ziemlich düster aus. Langfristig gesehen.
(Sorry für die vollgetexteten Charts, aber ich fand nichts langfristig besseres)
(Witzig übrigens der Text "We are going here, wawidu") *grins*
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Schlußendlich ist aber alles eine Frage des timings. Es gibt Zeiten da sind Aktien teuer und Gold billig, und es gibt umgekehrte Zeiten. (s.chart) Manchmal macht es aber durchaus Sinn Geld in Gold anzulegen, nämlich dann wenn es keiner will und Staatsschulden anfangen zu überborden. So wie um 2000.
Wer diese Erkenntnis/Weitsicht damals hatte, hätte ruhiger geschlafen und noch eine bessere und vor allem gleichmäßigere Performance erzielt als mit Aktien. (s.chart). Gold als Daueranlage halte ich auch nicht für erstrebenswert, Gründe s.o.
Die Frage zur Zeit ist eher, wie lange die Nachfrage nach Gold noch steigt, d.h. wie stark die Zentralbanken die Notenpressen noch rotieren lassen. Und da sehe ich leider wenig wirkliche Sparbemühungen (speziell USA) im Sinne von Budgeteinhaltung, sondern eher Sparbemühungen im Sinne von "wir machen weniger neue Schulden"(wie hier bei uns) - aber eben immer noch neue Schulden.
Solange dieses Spiel weiterläuft braucht man sich nicht wundern, daß Leute um die Geldwertstabilität besorgt sind und ihr Geld eben "sicher" in Gold verwahren wollen. Das wird aus meiner Sicht dann auch weiterhin der Treibsatz für steigende Edelmetallpreise sein.
Der hohe Goldpreis beruht nämlich ausschließlich aus der gegenteiligen Annahme. Was würde also passieren? Antwort: Siehe 1980-82, als die reale Inflation nicht mehr stieg sondern zur Überraschung des Publikums massiv fiel.
Heute könnte es anders sein. Es steigt nicht die Inflation sondern nur die Inflationserwartung. Hierin besteht m.E. die Fantasie der Anleger. Allerdings auch nicht ganz unbegründet, solange Geld gedruckt wird.
Und den Amis traue ich auch zu, speziell den "academic genuis" wie Geithner und Bernancke, daß die am Ende noch Schecks mit 10.000 $ an die Einwohner verschicken damit konsumiert werden kann.
Und dann wird aus Fantasie reale Inflation - ziemlich schnell.
Fantasie sollte daher nicht einseitig sein, und nicht nur immer den a n d e r e n mangelt es manchmal an Fantasie ;-) ! Nichts für ungut.
Es ist halt wie bei allen anderen Anlagen, einen tatsächlichen Zusammenhang zu Wirtschaftsdaten, Produktionsaufkommen, Inflationsraten oder sonst etwas herzustellen, gelingt eigentlich nur den Leuten, die dafür bezahlt werden, nämlich der schreibenden und sprechenden Zunft (den Wirtschaftsjournalisten).
Eigentlich kann man Gold aus meiner Sicht reduzieren auf die Aussage: Gold ist eine Währung wie jede andere, sie lebt einzig und alleine von dem Vertrauen, das die Besitzer investieren. Im Extremfall kann man die Goldeier, genau wie Papiergeld weder essen noch trinken.
Mir ist schon klar, dass man sich natürlich auch hübsche Zähne davon machen lassen kann
Fantasie ist die Vorstellungskraft, dass das vom Publikum NICHT erwartete eintrifft. Eine Manie ist die Vorstellungskraft, dass das vom Publikum erwartete GENAU so eintrifft.
"Geld ist was gilt."
Also ist Gold eine Währung und manchmal waren auch Zigaretten eine Währung.
...
Klaus Kaldemorgen : Die Anlegerschaft an den Aktienmärkten hat sich massiv verändert. Die Versicherer, Pensionskassen und auch Privatanleger sind seit der Finanzkrise quasi weggefallen - nicht nur in Deutschland. Am Aktienmarkt tummeln sich vor allem Hedge-Fonds und Investmentfonds wie wir - und die stehen unter Renditedruck. Diese Anleger investieren taktisch auch mehr in zyklische Werte als früher....
http://www.capital.de/finanzen/aktien/...te-Inflation/100030951.html?
(Ein Tip aus dem BT)
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http://de.wikipedia.org/wiki/Rai_(W%C3%A4hrung)
Heißt das jetzt, wir sollten uns Steine zulegen, oder was? Oder heißt das nicht vielmehr:
"Geld ist was gilt. Und was heute gilt ist morgen möglicherweise wertlos."
Die Sehnsucht nach der Glaskugel
von Jan Gänger
Die Zukunft ist die Zeit, die der Gegenwart folgt. Doch was sie bringt, weiß keiner. Das hindert uns allerdings nicht daran, Orakel zu befragen - und Glauben zu schenken.
http://www.n-tv.de/wirtschaft/kolumnen/...laskugel-article928696.html
Anmerkung noch: Ich halte einen gewissen Grad an Täuschung und Selbsttäuschung für unumgänglich, weil das faktische Ausmass unserer Ohnmacht ansonsten nicht zu ertragen wäre...
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http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,druck-701444,00.html
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,701534,00.html
So mancher Anleger meint jedoch, bei erfolgreicher Spekulation den Markt durch überlegenes Wissen und Können geschlagen zu haben. Doch fast immer handelt es sich nur um Glück, dem vielleicht etwas nachgeholfen wurde. Schließlich ist Wirtschaft so komplex, dass sie eigentlich niemand längere Zeit voraussagen kann. Wer das mittels "Analyse" und "Prognose" behauptet ist entweder (bei Erfolg) ein Scharlatan oder (bei Mißerfolg) ein Spinner. Kein Wunder also, dass noch kein "Guru" längere Zeit am Stück recht bekam. (Wenn das jemand behauptet, verschweigt er die Fehlanalysen)
Um das mal an meinem Beispiel eines technischen Anlegers klarzumachen: Mein HS funktioniert. Doch ich habe keinen Schimmer, WARUM. Warum steigen Kurse fast immer weiter, wenn sie bis zum Tag X (dem Signaltag) auf eine ganz bestimmte Weise gestiegen sind? Ein HS ist kein Navi, dass die Zukunft genau kennt. Ein HS ist einfach Strichverlängerung, nach dem Motto: Was 100x funktionierte, funktioniert auch beim 101. Mal. Was jedoch zugegeben ein besserer Schnitt ist, als bei jedem Bauchtrade zu erzielen sein kann. Trotzdem würde ich nicht behaupten, dass gerade das aktuelle Signal unfehlbar ist. Denn es handelt sich ja nur um (hohe) Wahrscheinlichkeit, abgeleitet aus den empirischen Erfahrungen der Vergangenheit.
Der Vorteil eines technischen Traders liegt ME einfach drin, nicht Gefahr zu laufen, sich in einer aussichtslosen Position zu verrennen, also zu versuchen schlauer als der Markt zu sein, weil man Glück mit Können verwechselt. Schließlich gibt es kein sachlicheres Kriterium als den Kurs selbst.
Kurz: Die Kunst und Schwierigkeit beim Spekulieren ist 1) keine handwerklichen Fehler zu machen und 2) sich jederzeit angemessene Flexiblität zu bewahren. Was man und in welche Richtung man spekuliert ist relativ nebensächlich, wenn man bei Versagen der spekulation richtig und rechtzeitig reagiert.
Viele schlossen/schliessen einen Zusammenbruch des Euro nicht aus. Eingetreten ist derweil jedoch das Gegenteil: Der Euro ist sogar bislang stärker als bei Einführung 2001.
Ich schliesse übrigens auch einen Zusammenbruch Rußlands nicht aus. Würde aber trotzdem nicht drauf spekulieren.
Sentimenttechnisch finde ich es jedoch interessant, dass hier im Forum der Fall UNTER den GD200 gemeinhin als Shortsignal gesehen wurde, der Anstieg ÜBER den GD200 jedoch ignoriert wurde. Soviel zum Thema "Selbstbetrug an der Börse", denn mit zweierlei Maß zu messen ist definitiv einer.
Nicht, dass das Kreuzen des GD200 überhaupt ein Signal für Irgendwas wäre. Wer etwas recherchiert wird nämlich feststellen: Der GD200 ist ein Mythos und damit komplett irrelevant.